dju-Journalistentag 2015

dju-Journalistentag 2015 - Rechtsextremismus und Medien

dju-Journalistentag 2015 - Rechtsextremismus und Medien

Der diesjährige dju-Landesjournalistentag ging zuende mit einem kabarettistischen Schlaglicht von Einhart Klucke (am Pult) zum Thema Rechtsextremismus und Medien. Vorher diskutierten zum Motto des Journalistentages „NSU - dreifaches Versagen von Diensten, Medien, Politik?“  (v.l.) Thumilan Selvakumaran (Haller Tagblatt), Stefan Tiyavorabun (Moderation, SWR), Professor Tanja Thomas (Uni Tübingen) und Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler (SPD, Leiter des NSU-Untersuchungsausschuss). ver.di Kabarett und Diskussionen beim dju-Journalistentag 2015

Der diesjährige dju-Landesjournalistentag ging zuende mit einem kabarettistischen Schlaglicht von Einhart Klucke (am Pult) zum Thema Rechtsextremismus und Medien. Vorher diskutierten zum Motto des Journalistentages „NSU - dreifaches Versagen von Diensten, Medien, Politik?“  (v.l.) Thumilan Selvakumaran (Haller Tagblatt), Stefan Tiyavorabun (Moderation, SWR), Professor Tanja Thomas (Uni Tübingen) und Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler (SPD, Leiter des NSU-Untersuchungsausschuss).

Professor Thomas hatte zu Beginn des Journalistentages  die von ihr geleiteten Studie „Das Unwort erklärt die Untat“ vorgestellt. Die Studie, die von der Otto-Brenner-Stiftung publiziert wurde, untersuchte, wie mit dem Begriff „Dönermorde“  in den Medien und von den Ermittlungsbehörden den Opfern der NSU-Morde eine Mitschuld angedichtet wurde.

Und zum Mord der Rechtsterroristen an der Polizistin Michelle Kiesewetter gibt es auch nach dem Abschlussbericht des baden-württembergischen Untersuchungsausschusses offene Fragen. Dessen Vorsitzender Wolfgang Drexler beleuchtete das Thema des dju-Landesjournalistentages aus seiner Sicht auch mit dem Vorwurf, dass der journalistische Quellenschutz auch Befragungen von Zeugen verhinderte.

Der Mord an der Polizistin spielt auch in den Recherchen von Thumilan Selvakumaran zum baden-württembergischen Ku-Klux-Klan und örtlichen Rechtsextremisten-Gruppen eine zentrale Rolle. Gegenüber Moderator Stefan Tiyavorabun verneinte er aber seinen persönlichen Migrationshintergrund als Grund für sein Interesse am Thema. Es sei vielmehr das Entsetzen darüber gewesen, dass es in seiner schwäbischen Heimat organisierten und gewalttätigen Rechtsextremismus gebe.