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Verlust kommunaler Meinungsvielfalt

Verlust kommunaler Meinungsvielfalt

8.11.2017

 „Erneut stirbt ein Stück kommunaler Meinungsvielfalt“, kommentiert der Leiter des ver.di-Landesfachbereichs Medien, Siegfried Heim, die zum Jahresende geplante Schließung der Lokalredaktionen der „Schwäbischen Zeitung“ in Meßkirch, Pfullendorf und Markdorf. Dort wird dann nur noch der Konstanzer Südkurier Journalisten vor Ort haben, der vor kurzem die Schließung seiner Lokalredaktion in Friedrichshafen bekannt gegeben hatte. Die Schließung von Pfullendorf und Markdorf war gestern den betroffenen Beschäftigten verkündet worden.

 Die zeitliche Abfolge der Schließungen wertet Heim als Hinweis auf Absprachen zwischen den beteiligten Zeitungskonzernen. Wie in früheren Fällen dieser Art gehe es den Verlagen darum, ihre Gewinne durch Kostensenkung hoch zu halten, die dafür den „publizistischen Kollateralschaden“ weiterer Gebiete mit nur einer Lokalredaktion in Kauf nehmen.

 Ver.di befürchtet zudem eine weitere Verschlechterung der Betriebsratsstrukturen im Konzern der „Schwäbischen Zeitung“. Dieser hatte schon vor vielen Jahren das Unternehmen in sehr kleine Lokalverlage mit weniger als 50 Beschäftigten aufgespalten. Nunmehr stehe zu befürchten, dass die Beschäftigtenzahl unter 20 sinken werde, was die Arbeitsmöglichkeiten des dann verbleibenden Einzelbetriebsrats weiter verschlechtern würde. Im Zuge der Unternehmensaufspaltung hatte die „Schwäbische Zeitung“ auch die Tarifbindung verlassen. Auch der „Südkurier“ der zum Konzern der „Augsburger Allgemeine“ gehört, ist nicht mehr tarifgebunden.