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Ufa-Palast: Auseinandersetzung wird härter

Ufa-Palast: Auseinandersetzung wird härter

Streikende ernennen die Leitung des Ufa-Palast zu "Stuttgarts schlechtestem Arbeitgeber" ver.di Stuttgarts schlechtester Arbeitgeber  – Streikende ernennen die Leitung des Ufa-Palast zu "Stuttgarts schlechtestem Arbeitgeber"

17.12.2018

Zum vierten Mal müssen die beschäftigten des Ufa-Palasts in Stuttgart streiken. Diesmal sind es die drei Tage am ersten Wochenende nach dem deutschen Kinostart der neuen "Star Wars" Episode. Seit Freitag noch bis heute Abend kämpfen die ver.di-Mitglieder gegen die Weigerung des Arbeitgebers, über einen Haustarifvertrag zu verhandeln. Die Streikenden fordern unter anderem einen Stundenlohn von zehn Euro, bislang erhalten sie nur den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro.

Beim dritten Warnstreik am Sonntag vor einer Woche wurde der Unternehmensleitung von den Streikenden der Titel „schlechtester Arbeitgeber Stuttgarts“ verliehen. In einem Flugblatt an die Kinobesucher begründen die Streikenden dies damit, dass das Unternehmen erheblichen Druck auf die Beschäftigten ausübt. So wurden Beschäftigte, die sich an den Streiks beteiligten, in der Probezeit gekündigt oder befristete Arbeitsverträge trotz gegenteiliger Zusage nicht verlängert.

„Anstatt mit ver.di über anständige Löhne zu verhandeln, versucht die Besitzerin des Ufa-Palasts mitten in der Kino-Hochsaison die halbe Belegschaft auszutauschen, weil diese für bessere Arbeitsbedingungen streikt“, kommentiert der für die Kinobranche zuständige ver.di-Landesfachbereichsleiter Medien Siegfried Heim die Vorgänge.

Im Ufa-Palast Stuttgart arbeiten während der Kino-Saison (Oktober bis März) etwa 60 Beschäftigte, von denen die Hälfte gewerkschaftlich organisiert ist. Im Frühjahr wurde im Kino erstmals ein Betriebsrat gewählt, dessen Mitbestimmungsrechte vom Unternehmen systematisch verletzt werden. Deswegen kam es bereits zu Verfahren vor dem Stuttgarter Arbeitsgericht. Das Kino gehört einer Düsseldorfer Unternehmerin, die insgesamt vier Kinos in verschiedenen Städten betreibt.

Vorige Woche hatte der Vorstand des Stuttgarter ver.di-Bezirksfachbereichs Medien, Kunst und Industrie den Ufa-Beschäftigten eine Solidaritätserklärung gesandt. Darin heißt es wörtlich: "Es ist eine Farce, dass es immer noch Geschäftsleitungen geben darf, die Verhandlungen um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen einfach verweigern. Eure Forderung nach Erhöhung der Stundenlöhne auf 10 Euro ist eine mehr als berechtigte Forderung. Wer sich anständigen Löhnen verweigert, schadet nicht nur den betroffenen Beschäftigten selbst, bremst nicht nur das Wirtschaftswachstum, sondern sorgt damit gleichzeitig für eine vorprogrammierte Altersarmut."