Nachrichten

Streiks in der Druckindustrie

Streiks in der Druckindustrie

9.4.2019

Mit Streiks in den Druckereien von „Heilbronner Stimme“, "Ludwigsburger Kreiszeitung", „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ sowie beim Buchhersteller Ebner & Spiegel in Ulm (CPI-Gruppe) beteiligen sich seit dem Wochenende erneut Betriebe aus Baden-Württemberg an der Tarifauseinandersetzung in der Druckindustrie. Am heutigen Dienstag werden die seit September vorigen Jahres ergebnislosen Verhandlungen in Hamburg fortgesetzt. Weitere Streiks sind für morgen geplant.

 „Die Arbeitgeber verweigern ihren Beschäftigten seit einem halben Jahr eine angemessene Lohnerhöhung, weil sie massive Verschlechterungen bei Nacht- und Wochenendzuschlägen durchsetzen wollen,“ beschreibt der Leiter des ver.di-Landesfachbereichs Medien, Siegfried Heim, den Stand der Auseinandersetzung. Aber nicht nur im Bereich der Zuschläge fordern die Arbeitgeber Verschlechterungen für neu eingestellte Mitarbeiter; sie wollen auch eine Verlängerung der Arbeitszeit und andere Verschlechterungen der manteltariflichen Arbeitsbedingungen durchsetzen.

 Die Verhandlungen auf Bundesebene waren deshalb längere Zeit unterbrochen und ver.di hatte die Arbeitgeber in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zu regionalen Tarifgesprächen aufgefordert, was diese aber trotz Warnstreiks hartnäckig ablehnen. Für den kommenden Dienstag, 16. April, hat die Gewerkschaft deshalb zu einer großen Versammlung der süddeutschen Streikbetriebe nach München eingeladen.

Um die Streiks zu unterlaufen hat der Druckarbeitgeberverband empfohlen, ohne tarifvertragliche Sicherheit eine Lohnerhöhung von 1,8% zu bezahlen. „Dieses Vorgehen empfinden die streikenden Kolleginnen und Kollegen zu Recht als Hohn“, kommentiert Heim dieses Vorgehen.