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Erstmals Warnstreik im SWR

Erstmals Warnstreik im SWR

Mit Sprechblasen machten die Beschäftigten des SWR bei der Streikkundgebung in Stuttgart ihrem Unmut über unzureichende Arbeitgeberangebote Luft. ver.di Warnstreik beim SWR in Stuttgart  – Mit Sprechblasen machten die Beschäftigten des SWR bei der Streikkundgebung in Stuttgart ihrem Unmut über unzureichende Arbeitgeberangebote Luft.

2.9.2019

Zum ersten Mal in der Geschichte des Senders streikten heute rund 300 Beschäftigte des SWR. Bei Kundgebungen in Stuttgart, Baden-Baden und Mainz fordern die Streikenden zur Stunde Gehalts- und Honorarerhöhungen, die sich am Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes der Länder orientieren (jeweils 3,2 Prozent in diesem und im nächsten Jahr). Mit dem zweieinhalbstündigen Warnstreik protestieren sie gegen das deutlich darunterliegende Arbeitgeberangebot (1,9 Prozent pro Jahr). Die Nachmittagssendung "Kaffee oder Tee" fiel aus.

„Dass die SWR-Beschäftigten nach Jahrzehnten guter Tarifpartnerschaft jetzt abgekoppelt werden sollen von der Tarifentwicklung im öffentlich Dienst ist nicht hinnehmbar“, sagte der Siegfried Heim, Leiter des ver.di-Landesfachbereichs Medien, Kunst und Industrie bei der Streikkundgebung in Stuttgart. „Wer jeden Tag engagiert Programm für Radio, Fernsehen und Online mache, darf nicht mit unterdurchschnittlichen Lohnsteigerungen abgespeist werden, nur, weil sich die Länder-Ministerpräsidenten und die Landtage nicht auf eine angemessene Erhöhung des Rundfunkbeitrags einigen können“, so Heim weiter.

Die Streikenden appellierten am ersten Arbeitstag des neuen SWR-Intendanten Kai Gniffke an diesen, sich im Rahmen der ARD für eine Rückkehr zur Orientierung der Tarifabschlüsse des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an denjenigen des öffentlichen Dienstes einzusetzen. Gniffke hatte vergangene Woche, noch vor seinem eigentlichen Arbeitsbeginn beim SWR, angekündigt, die Produktionsstandards absenken zu wollen.

Heim: „Wir laden Herrn Gniffke herzlich ein, sich zunächst Mal ein Bild von den tatsächlichen Standards zu machen. Die von allen im Sender geforderte Trimedialität hat zu einer erheblichen Mehrbelastung der Beschäftigten geführt, und leider auch manchmal schon zu einer Absenkung der Qualitätsstandards.“

Vor den SWR-Beschäftigten hatten bereits Mitarbeiter des WDR und des NDR mit Streiks gegen die niedrigen Arbeitgeberangebote protestiert. Ursprünglich hatte ver.di für den SWR eine Gehaltssteigerung von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro gefordert – und darüber hinaus eine höhere Start-Eingruppierung für junge Beschäftigte, die ihre Ausbildung im SWR erfolgreich absolviert haben. Die Tarifverhandlungen gehen am morgigen Dienstag in die vierte Runde.

Unter den Streikenden waren auch Beschäftigte des Studios Tübingen. Mit einem Aushang reagierte die Arbeitgeberseite auf den Warnstreik, der in einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Außerdem gab es eine SWR-Pressemitteilung Solidaritätsadressen kamen vom Bundesvorstand der deutschen journalistinnen und journalisten union (dju in ver.di) sowie von Kollegen der Deutschen Welle und des WDR: https://youtu.be/5_UmyE2GxF8

Berichterstattung findet sich u.a. hier http://www.digitalfernsehen.de/Warnstreik-SWR-Fernsehen-sendet-Ersatzprogramm.181981.0.html und hier https://www.dwdl.de/nachrichten/73824/swrmitarbeiter_begruessen_gniffke_mit_warnstreik/

 

In  Baden-Baden sorgte der Warnstreik für den Ausfall der Sendung "Kaffee oder Tee" ver.di Warnstreik beim SWR in Baden-Baden  – In Baden-Baden sorgte der Warnstreik für den Ausfall der Sendung "Kaffee oder Tee"
Auch im Studio Tübingen folgten Beschäftigte dem Warnstreik-Aufruf von ver.di. ver.di Warnstreik im SWR-Studio Tübingen  – Auch im Studio Tübingen folgten Beschäftigte dem Warnstreik-Aufruf von ver.di.
120 Beschäftigte am Standort Mainz beteiligten sich am Warnstreik. ver.di Warnstreik beim SWR in Mainz  – 120 Beschäftigte am Standort Mainz beteiligten sich am Warnstreik.