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Honorarlehrkräfte der Musikschule Ehingen von Stadt bestraft

Honorarlehrkräfte der Musikschule Ehingen von Stadt bestraft

4.5.2020

„Die Stadt Ehingen nutzt die Corona-Krise, um ihre Musikschul-Lehrkräfte dafür zu bestrafen, dass sie sich seit vorigem Jahr für eine Festanstellungeinsetzen“, kritisiert der Leiter des ver.di-Landesfachbereichs Medien,Kunst und Industrie, Siegfried Heim, den Umgang mit den Honorarlehrkräften in der Donaustadt.

In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Alexander Baumann (CDU) kritisiert Heim, dass seit Beginn der Pandemie-bedingten Schließung der Musikschule die Honorarlehrkräfte nur noch die Stunden vergütet bekommen, die sie über das Internet abhalten können. „Während fest angestellte Musikschul-Lehrkräfte aufgrund des von ver.di abgeschlossenen Kurzarbeits-Tarifvertrages zwischen 90 und 95 Prozent
ihres Nettolohns behalten können, zwingt die Stadt Ehingen die Honorarkräfte, das Corona-Soforthilfe-Programm des Landes in Anspruch zu nehmen, wo sie höchstens 1180 Euro monatlich für ihren
Lebensunterhalt bekommen“, so Heim weiter.

Ehingen an der Donau war vor 20 Jahren eine der ersten Städte, die beschloss, anstelle von fest angestellten Musikschullehrern nur noch Honorarkräfte zu beschäftigen, die deutlich schlechter bezahlt sind und
keine soziale Sicherung gegen Arbeitslosigkeit haben. Seit vorigem Jahr setzen sich die Ehinger Musikschul-Lehrkräfte mit Unterstützung von ver.di für eine Festanstellung ein. Der Gemeinderat wird darüber im Sommer entscheiden.

Jetzt in der Corona-Krise verweigert Ehingen – anders als Musikschulen im näheren Umkreis – den Honorarlehrern Ausfallhonorare. Und dies obwohl in den Werkverträgen der Ehinger Lehrer steht, dass
Ausfallhonorare zu zahlen sind, wenn Unterricht aus Gründen ausfällt, die von der Honorarkraft nicht zu verantworten sind.