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Ab heute anders!

Ab heute anders!

8.1.2019

Im Januar wird es in Konstanz zwei Wochen lang eine außergewöhnliche Veranstaltungsreihe geben: Vom 14. bis 25.1.2019 organisieren die Universität unter Federführung von Dr. Albert Kümmel-Schnur und der ver.di-Ortsverein Medien + Kunst Konstanz ein öffentliches Seminar im Bürgersaal der Stadt Konstanz. Titel: „Ab heute anders! Vom schlechten Gegebenen und den Möglichkeiten, es zu ändern“. Thema der Seminarreihe, zu der die Öffentlichkeit eingeladen ist, sind die prekären Arbeitsverhältnisse in der Region sowie die Frage, wie soziale Bewegungen und andere Initiativen die herrschenden Zustände ändern können.

Geplant sind Debatten mit Betroffenen und AktivistInnen: Welche Möglichkeiten haben Menschen in Berufen, in denen die Gewerkschaften (noch) keine große Rolle spielen? Wie können sie ihre Bedürfnisse artikulieren, ihre Interessen durchsetzen? Welche Chancen haben sie in einer Gesellschaft, in der sich die Schere zwischen arm und reich immer weiter öffnet, in der eine wachsende Unterschicht keine politische Vertretung mehr hat und in der nur noch neoliberal entfesselte Finanzmärkte den Ton anzugeben scheinen.

Welche Möglichkeit zur Gegenwehr haben teilzeitbeschäftigte Verkäuferinnen und Kurierfahrer, die oft 60 Stunden in der Woche unterwegs sind? Wie hetzen sich ambulante AltenpflegerInnen durch den miserabel entlohnten Arbeitstag, was erwarten die unterbezahlten Kulturschaffenden, die Harzt-IV-Bezieher*innen, die wachsende Zahl jobbender Akademiker*innen, die Click-Worker, die körperlich ausgelaugten Kellner*nnen? Gibt es für diese vielen Arbeitskräfte eine menschenwürdige Zukunft? Und was müssen sie dafür tun?

Das Seminar findet jeweils von Montag bis Freitag von 18 bis 20 Uhr statt. Mit den Studierenden und BesucherInnen diskutieren unter anderem Ulrike Wuhrer, Betriebsratsvorsitzende von Karstadt Konstanz, über die Arbeitsbedingungen im Einzelhandel („Darf’s ein bisschen weniger sein?“), Margrit Zepf, bis 2016 Geschäftsführerin des ver.di-Bezirks Schwarzwald-Bodensee über ambulante Altenpflege („Krummbuckeln für ein paar Cent?“) oder Georg Mehlich, Ensemble-Sprecher des Konstanzer Stadttheaters, über prekäres Arbeiten im Kulturbereich („Ich hätt’ da noch ein Projekt …“).

Im Veranstaltungsraum, dem Bürgersaal in der Konstanzer Innenstadt, ist während dieser Zeit ein Gemälde des Singener Künstlers und Beuys-Schülers Felix Droese ausgestellt (Titel: „CAIN – sie scheissen auf uns“) sowie politische Plakate der Sammlung attac Singen: „Time to change“.

Zudem organisieren die Veranstalter am Samstag, 19. Januar, einen „Markt der Möglichkeiten“, auf dem über zwanzig lokale/regionale Gruppen, Organisationen und Bündnisse ihre Anliegen vorstellen und zeigen, wie sie sich für eine bessere Zukunft engagieren. Mit dabei sind u.a. das Flüchtlings-Café Mondial, die Initiative Seebrücke Konstanz, der Weltladen, das Bodensee-Solidaritätsbündnis Rojava, die Konstanzer Wohnrauminitiative, die Infokneipe Input, der  Buchladen Schwarze Geiß, die Initiative Stolpersteine KN, Keine Waffen vom Bodensee, Solidarische Landwirtschaft, Fahrradinitiative Ciclo KN und das vom ver.di-Ortsverein Konstanz initiierte Konstanzer Bündnis für gerechten Welthandel.

Nähere Infos bietet die Website uni-konstanz.de/transfer-lehre/widerstand

Seminar: „Ab heute anders! Vom schlechten Gegebenen und den Möglichkeiten, es zu ändern“. Vom 14. bis 25. Januar 2019, jeweils an den Werktagen von 18 bis 20 Uhr

Ausstellung des Bilds „CAIN (sie scheißen auf uns)“ von Felix Droese und der politischen Poster der Sammlung attac Singen: Besichtigung werktags täglich 14-16 Uhr

Markt der Möglichkeiten: Samstag, 19. Januar 2019, von 10 bis 14 Uhr.

Ort: Bürgersaal am Stephansplatz, Konstanz